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Mittelstand Bayern - BLOG
BREXIT oder EXIT vom BREXIT: Konsequenzen für Anleger und Unternehmer
Autor: Patrice Kaiser, Produkt- und Vertriebsmanager der MERKUR BANK
Datum: 11.12.2018
Kategorie: Finanzen
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Selbstredend ergeben sich aus der momentane Unsicherheit auch neue Chancen für Investoren. Bleibt ein harter BREXIT aus und regelt ein neuer Handelsvertrag verlässlich den Status im Sinne einer engen Partnerschaft werden sich sowohl das Pfund als auch britische Aktien deutlich erholen. Wie wahrscheinlich dieses Ergebnis ist muss jedoch jeder Anleger für sich selbst entscheiden.              

Der BREXIT – ein Rückschritt für Unternehmer

Gerade für Unternehmen und Unternehmer liegen die Konsequenzen aus einem ungeregelten BREXIT noch weitestgehend im Dunkeln. Das liegt nicht nur daran, dass sich nach einer Studie des IW Köln die überwiegende Mehrheit noch nicht mit diesem Thema befasst hat, sondern auch der engen Partnerschaft zwischen Großbritannien und der restliche EU. Die Auflösung dieser in den vergangenen 30 Jahren entstandenen Verflechtung in nur wenigen Monaten ist praktisch unmöglich und ein großer Rückschritt für den weltweiten Handel.

Bei aller Unsicherheit, einige Vorbereitungen sind für Unternehmen unerlässlich. In erster Linie geht es darum, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, auf welche Unternehmensfelder sich der Brexit auswirkt. Besonders relevant sind die Bereiche Lagerhaltung und Lieferung, Personal, Zahlungsverkehr und Versicherung.

Unternehmen sollten Ihre Lieferwege in beide Richtungen, Ein- und Ausgang, analysieren. Im Wareneingang ist es wichtig zu wissen, dass Importe aus Asien häufig über Großbritannien abgewickelt werden. Rechnen Sie mit Verzögerungen. Ebenso werden Lieferungen nach GB deutlich verzögert eintreffen. Berücksichtigen Sie das bei der Vertragsgestaltung bei den Lieferfristen.

Sollte es keine Regelung zum Austritt geben, entfällt für Deutsche in Großbritannien und umgekehrt für Britten in Deutschland die Personenfreizügigkeit. Arbeitsverträge sind deshalb zu überprüfen und ggf. rechtzeitig anzupassen. Arbeitsvisa müssen beantragt werden.

Die Abwicklung von Zahlungen von und nach Großbritannien wird deutlich schwieriger und zeitaufwendiger. Auch hier sollten Verträge ggf. rechtzeitig angepasst werden, um einen Zahlungsverzug zu vermeiden. Bestehende Versicherungen, zum Beispiel die Betriebshaftpflicht, Warenversicherungen für den Export oder Gebäudeversicherungen sollten überprüft werden. Sind sie mit britischen Versicherern abgeschlossen, sollte man Alternativen suchen. 

Kühler Kopf statt Panik

Bei allen nötigen Vorkehrungen geht es darum, sich auf Eventualitäten vorzubereiten. Panik ist nach wie vor unangemessen und würde mehr Schaden anrichten als vor dem BREXIT schützen. Es bleibt Anlegern und Unternehmen noch genug Zeit, gut vorbereitet und mit gutem Gefühl das Ende der Verhandlungen abzuwarten. Unterstützung bekommen Sie von Ihren Bankberatern. Aber auch Ihr Steuerberater und Wirtschaftsprüfer hat wertvollen Rat für Sie.     

Der Autor

Patrice Kaiser, Vertriebs- und Produktmanager für Vermögensanlagen

Patrice Kaiser, 39 Jahre alt, Bankbetriebswirt, verantwortet seit 2011 die fachliche Seite des Anlagegeschäfts in der MERKUR BANK. Im Vordergrund seiner Arbeit steht, die Komplexität einer Vielzahl von Anlageformen und -strategien für den Kunden aufzulösen. Um die individuell beste Lösung bieten zu können, trifft er die Wertpapierauswahl an Hand quantitativer und qualitativer Kriterien. Sein Ziel: die Anlagen zu finden, die langfristig überdurchschnittlich gut abschneiden.

Rechtlicher Hinweis

Die geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageinstrumenten dar. Sämtliche Prognosen und Darstellung dienen ausschließlich der Information. Sie basieren auf öffentlich zugänglichen Informationsquellen, die wir als zuverlässig erachten und stellen keine Finanzanalyse im Sinne des WpHG dar. Vergangenheitswerte geben keinen Aufschluss über die mögliche Wertentwicklung in der Zukunft. Sie können zu Fehlentscheidungen bei möglichen Anlagen führen. Wir empfehlen Ihnen, den Rat eines Anlageberaters in Anspruch zu nehmen um zu prüfen, welche Anlagen für Ihre individuelle Situation zu empfehlen sind.  Für steuerliche Fragen mit Bezug zu Ihren Anlagen konsultieren Sie bitte Ihren Steuerberater.