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Mittelstand Bayern - BLOG
Krisenmanagement: Strategien, Lösungen und Erfolgsgeschichten in Corona-Zeiten
Autor: Kajetan Brandstätter
Datum: 12.10.2020
Kategorie: Mitglieder & Aktuelles
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Fleiß, Innovationskraft und Mut tragen mittelständische Unternehmen durch anspruchsvolle Zeiten. Um die Herausforderungen der Corona-Krise gut zu bewältigen, haben viele BVMW-Partner effektive Strategien angewandt, damit sie entscheidungs- und handlungsfähig bleiben. Wir stellen Erfolgsgeschichten vor und geben vorab einen Überblick zu den Staatshilfen:

Krisenmanagement: Staatshilfen für den Mittelstand

Finanziell, arbeitsrechtlich, administrativ: Gemeinsam mit den Bundesländern hat die Bundesregierung umfangreiche Maßnahmen entwickelt, die den Unternehmen des Mittelstandes in der Corona-Krise helfen. Bei den Bewilligungsbehörden des jeweiligen Bundeslandes, etwa die Landesförderinstitute, können Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige Einmalzahlungen beantragen. Abhängig von der Beschäftigtenzahl sind dies zwischen 9.000 und 15.000 Euro. Für Unternehmen stellte die Regierung im Rahmen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds unter anderem n 400 Milliarden Euro Staatsgarantien für Verbindlichkeiten zur Verfügung.

Weiter wurde das Kurzarbeitergeld wurde flexibler gestaltet und die Bezugsdauer auf 21 Monate verlängert.  Sozialversicherungsbeiträge erstattet die Bundesagentur für Arbeit vollständig, Leiharbeitern wird der  Zugang zum Kurzarbeitergeld ermöglicht.

Erfolgsgeschichten: Das Krisenmanagement unserer Mitglieder

Die Lösungsansätze vieler BVMW-Mitglieder BVMW sind innovativ, mutig – und erfolgreich. Hier stellen wir drei in der Kurzform vor:

  • Fischer Academy: Kein Mitarbeiter sollte entlassen werden – und das hat  funktioniert. Die Fahrschule erweiterte massiv ihren Online-Auftritt und bot unter anderem auf YouTube Live-Streams an, bei denen Fragen zur Führerscheinprüfung beantwortet wurden.
  • Apropro Haarbeck Projektmanagement: Als die Corona-Krise ihren Lauf nahm, setzte das Unternehmen ein länger geplantes Projekt um: Lehrgänge wurden digitalisiert, das  Trainingszentrum wurde zum Videostudio.
  • Wersoma GmbH: Der Auftragsrückgang erforderte schnelles Handeln: Um betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern, entschied sich Wersoma für die Kurzarbeit. Durch eine klare, offene Kommunikation blieb die Lage entspannt, die wichtigen Fachkräfte konnten gehalten werden.

Krisenmanagement: Firmenvermögen im Corona-Krisenjahr steueroptimiert übertragen

BVMW-Mitglied Dr. Moritz Fehrer, Projektleiter bei Weissman & Cie., empfiehlt: Das Krisenjahr 2020 sollte genutzt werden, um die Nachfolge in Unternehmerfamilien zu regeln. Der hohe Werteverlust, den viele Familienunternehmen derzeit erleiden, erlaubt es, Firmenvermögen steueroptimiert an die nächste Generation zu übertragen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Freibeträge: Alle zehn Jahre kann jedes Elternteil einen Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro als Schenkung zu übertragen. Wegen des hohen Werteverlustes können kleinere und mittlere Unternehmen stichtagsbezogen steueroptimiert oder gar -neutral weitergegeben werden.
  • Regel-/Optionsverschonung: Diese Mechanik führte der Staat ein, um Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Der Staat gestattet hierbei dem Unternehmen, weitgehend steuerbefreit übertragen zu werden. Im Gegenzug sichert das Unternehmen zu, dass es fortgeführt wird und die Lohnsumme aufrecht erhalten bleibt. Wird dies nicht eingehalten, fällt eine anteilige Erbschaftssteuer an.

Thema: Frauen in Führungspositionen und die Forderungen der Politik

Für die Gleichstellung von Frauen in Unternehmen ist die Politik ein wichtiger Faktor. Welche Ziele die einzelnen Parteien verfolgen, erklären diese frauenpolitischen Sprecherinnen:

  • Yvonne Magwas, CDU/CSU: Zu wenige Unternehmen werden von Frauen geführt. Das stimmt traurig und ist leider unverständlich: Denn gemischte Teams arbeiten effektiver. Wir brauchen daher Sanktionen für Unternehmen, die als Zielvorgabe für Vorstände und Führungsebenen die Zielgröße „Null“ angeben. Wichtig ist auch, die Führung in Teilzeit zu ermöglichen.
  • Ulle Schauws, Bündnis 90 Die Grünen: Obwohl Frauen vor allem in Familienbetrieben durch die familieninterne Nachfolge eigentlich bessere Chancen auf Führungspositionen haben, sieht die Realität anders aus. Das muss geändert werden, etwa indem sich die Unternehmensspitze zur Chancengleichheit bekennt. Dazu gehört, Lohnstrukturen auf Ungleichheiten zu untersuchen und Führungskräfte verpflichtend in Diversity Management zu schulen.
  • Sönke Rix, SPD: Zentral für die Gleichstellung von Frauen und Männern ist der Abbau von Lohnungleichheit. Mit der Entgelttransparenz oder der Frauenquote haben wir in den letzten Jahren viel erreicht. Doch es braucht noch mehr. Die Personalpolitik muss familienorientiert sein, inklusive flexibler Arbeitszeiten und dem Anspruch auf Brückenteilzeit. Teilzeit muss auch auf Führungsebene vermehrt möglich sein.

Weitere Themenschwerpunkte des Magazins DER Mittelstand

Unsere Herbstausgabe von Magazin DER Mittelstand – Das Unternehmermagazin beschäftigt sich mit noch mehr Folgen und Chancen der Corona-Krise. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Unternehmensnachfolge. Dazu gibt es Service- und Kulturberichte sowie News aus der BVMW-Welt. Das Magazin bestellen können Sie als Print- oder Onlineversion unter kajetan.brandstaetter@bvmw.de